Buchempfehlung

Autor: Manfred Posch

Eine spannende Lektüre für alle Leser*innen, die an Geldgeschichte interessiert sind…

 

Janet Gleeson beschreibt die Biographie eines Menschen, der im beginnenden 18. Jahrhundert viele heute selbstverständliche Instrumente des Kapita­lis­mus erfand und umsetzte.

 

Am 1. September 1715 starb der französische König Ludwig XIV.
72 Jahre prägte der Monarch die Geschicke seines Landes. Neben Prunk und Belusti­gun­gen für den Adel, bescherte er seinem Land viel Armut. Die vielen krie­gerischen Auseinandersetzungen und Prunkbauten hinterließen vor allem Geld­­mangel, der die Wirtschaft lahmlegte.

Der neue Monarch, Duc d´Orleans, setzte auf einen neuen Finanzminister:

John Law. Er war ein eingebürgerter Schotte(!), der in seiner Tätigkeit auf gute Wirtschafts- und Finanzkenntnisse aus seinen unzähligen Reisen in Europa zurückgreifen konnte.
Hatte er sein Vermögen bisher dadurch erzielt beim Glücksspiel die Bank zu verwalten, so wurde er nun tatsächlich Direktor der „Königlichen Nationalbank“, der verstaatlichten Bank des französischen Königs.

Der Geldmangel ließ ihn auf neuartiges Geld setzen:
Papier, mit dem Konterfei und der Unterschrift des Königs, sollte das Münzgeld ersetzen!
Zur Sicherheit garantierte die Bank, jeden Geldschein jederzeit in Silber und Gold umzu­tauschen.

Das Versprechen funktionierte! Die Menschen vertrauten dem neuen Geld!

Es kamen genug Geldscheine in den Wirtschaftskreislauf, um die die Wirt­schaft in Schwung zu bringen. Denn  Papiergeld ließ  sich beliebig verviel­fachen, um das notwendige Tauschmittel zur Verfügung zu haben. Frankreich, und mit ihm John Law, wurde zum reichsten und wohlhabendsten Land Europas seiner Zeit.

Doch dem kometenhaften Aufstieg folgte der schnelle Fall:
Es kommt zum katastrophalen Börsencrash und zur ersten Papiergeldinflation.

John Law muss flüchten und stirbt 1729, gehasst und verarmt, in Venedig.

 

Janet Gleeson beschreibt in ihrem Buch die spannende Achterbahnfahrt des Lebens eines Frühkapitalisten, bei dem auch tiefe Einblicke in das Leben vor 300 Jahren gewährt werden. Eine spannende Lektüre für Leser*innen, die an Geldgeschichte interessiert sind!

 

Janet Gleeson: Der Mann, der das Geld erfand, Verlag Kremayr und Scheriau, Wien ISBN 3-218-00691-0

 

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