5 Begriffe Teil 3

Autor: Hannes Schnur

Teil 3 unserer Reihe “Finanzbegriffe einfach erklärt” bringt uns heute zu den Wörtern Bürgschaft  –   Kreditvermittler –  Kredithai –  „ins Minus gehen“ und Notgroschen.
Hannes Schnur erklärt:

 

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Bürgschaft

Wenn du für eine andere Person eine (finanzielle) Bürgschaft übernimmst, haftest du in der Regel für die Schulden dieser Person.
Das bedeutet, wenn diese Person ihre Schulden nicht mehr zurückzahlt, kann der Gläubiger dich als Bürgen zur Bezahlung dieser Schulden verpflichten!
Diese Verpflichtung betrifft nicht nur die Schulden selbst, sondern auch Zinsen, Gebühren und andere Kosten.

Eine Bürgschaft kann nicht einseitig beendet werden, also „zurückgelegt werden“, wenn du nicht weiter Bürge sein willst. Auch der Schuldner kann den Bürgen nicht einseitig aus der Bürgschaft entlassen.
Nicht einmal der Tod des Schuldners hebt die Bürgschaft auf! Erst wenn sämtliche Schulden und Nebenkosten bezahlt sind, endet die Bürgschaft.

 

Kreditvermittler

Sie vermitteln dir, wenn du einen Kredit haben möchtest, ein Kreditinstitut (also eine Bank), die den Kredit gewähren kann. Dafür wird dir eine Provision verrechnet. Das bedeutet, dass der Kreditvermittler einen bestimmten Geldbetrag von dir für seine Vermittlungsarbeit bekommt. Oft entstehen auch noch weitere Kosten und Gebühren.
In den meisten Fällen ist es besser, Kredite verschiedener Banken selbst zu vergleichen, z. B. auf seriösen Portalen im Internet.

Wenn mehrere Banken deinen Kreditwunsch abgelehnt haben, geschieht dies meist, weil du als „nicht zahlungsfähig“ eingestuft wirst oder den Kredit nicht ausreichend absichern kannst. In diesem Fall macht es keinen Sinn, einen Kreditvermittler einzuschalten. Am besten kontaktierst du dann unsere Budgetberatung oder Schuldnerberatung.

 

Kredithai

Der sogenannte Kredithai ist keine offizielle Bezeichnung, sondern ein Schimpfwort für Personen oder Unternehmen, die kurzfristige Kleinkredite ohne Sicherheit vergeben.
Dabei werden meist sehr hohe, manchmal illegale Zinssätze vereinbart. Der Kredithai kennt deine Notlage gut und nützt diese dann schamlos aus.
Wenn du die Raten nicht bezahlst, wirst du oft vom Kredithai massiv unter Druck gesetzt, manchmal sogar unter Androhung von Gewalt.
Viele Kredithaie kommen aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität und arbeiten mit Schwarzgeldern oder Drogengeldern, die durch Kreditvergabe in den Geldkreislauf eingeschleust werden sollen.

„Ins Minus gehen“ – Kontoüberziehung

Die Kontoüberziehung, so die offizielle Bezeichnung, ist sozusagen die „kleine teure Schwester des Kredits“.
In den meisten Fällen ist es sehr einfach, das Girokonto zu überziehen. Überziehen heißt, du hebst mehr Geld ab, als auf deinem Konto vorhanden ist.
Der Überziehungsrahmen trägt oft fantasievolle Bezeichnungen, wie „Einkaufsreserve“ oder „Liquiditätspolster“. Es handelt sich aber immer um Schulden an die Bank. Diese Schulden werden- im Vergleich mit Krediten – viel höher verzinst: Zinssätze von 13 bis 15 % sind keine Seltenheit.

Was viele nicht wissen: wenn ein Girokonto überzogen ist, muss die Bank keine Daueraufträge und Einziehungsaufträge mehr durchführen. Es kann also vorkommen, dass dann deine Miete, deine Strom- oder Heizkostenrate, etc. nicht mehr überwiesen werden, was zu großen Problemen führen kann.

 

Notgroschen

oder auch finanzielle Notreserve. Dieses Geld soll als Aushilfe bei unerwarteten Notfällen dienen. Diese Notfälle können zB vorübergehender Einkommensverlust, Reparaturen, oder unvorhergesehene Unglückfälle sein. Der Notgroschen sollte daher auch leicht zugänglich und schnell verfügbar sein.
Der Notgroschen ist also eine Art Versicherung gegen finanzielle Abstürze.
Du kannst diese Geldreserve zB auf einem gebührenfreien Girokonto oder einem täglich fälligen Sparbuch oder Sparkonto aufbewahren.

Wie hoch soll die Notreserve sein?
Die Höhe des Notgroschens ist abhängig von verschiedenen Faktoren: Dein eigenes Sicherheitsbedürfnis, die Anzahl der abzusichernden Personen, die laufenden Kosten für Investitionen, deine Arbeitsplatzsicherheit usw.
Als Richtwert gelten aber ca 3 bis 5 Monatsgehälter bzw. die entsprechende Größe an Transferleistungen (Arbeitslosengeld, Rente, Pension…).

 

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