Frauen und Geld Teil 5

Autorin: Kathrin Ganglberger

Geld und Liebe – geht das zusammen? Eine praktische Lösung für Paare kann das 3-Konten-Modell sein. Kathrin Ganglberger erklärt, was es damit auf sich hat.

Wer kennt es nicht, das leidige Thema Geld in einer Beziehung.

Wenn es erstmalig finanziell „zu zwicken“ anfängt, steht bei vielen Paaren Streit am Programm.

Bei vielen fängt es mit der Karenzzeit an. Andere spüren die Nachwirkungen der Pandemie: Kurzarbeit, Jobverlust und Ähnliches. Bei manchen spielen alte Muster wie „Der Mann bringt das Geld nach Hause“ hinein.

Die bequeme 50:50-Variante funktioniert leider tatsächlich nur, wenn beide auch gleich viel verdienen. Da meistens Frauen die Care-Arbeit übernehmen und somit real weniger Geld am Konto haben, ist ein Ungleichgewicht vorprogrammiert.

Es entstehen Schuldzuweisungen:
„Du kannst einfach nicht mit Geld umgehen, selber schuld!“

Und Neidgedanken:
„Ich kann mir überhaupt nichts gönnen und du shoppst ständig im Internet!“

Die Emotionen kochen schnell hoch.

Irgendwann kommen viele Paare an einen Punkt, an dem sie bei jedem noch so kleinen Geldthema streiten.

Wer zahlt was? Wer zahlt mehr? Wieso kaufst du dir schon wieder etwas? Und wieso kaufst du dir DAS?

Im besten Fall bemerkt ihr als Paar früh genug, dass ihr euch nun doch intensiver mit euren Finanzen auseinandersetzen müsst.

Für viele kann eine Budgetberatung eine Lösung sein: eine Außensicht von jemand Unabhängigem, von jemandem, der euch als Paar nicht verurteilt oder bewertet und wo das Thema Geld nicht mit Scham behaftet sein muss.

Wir lernten dort das 3-Konten-Modell kennen und lieben. Es ist eine einfache Methode, um das Thema Geld in der Partnerschaft möglichst gleichwertig zu lösen.

Wie funktioniert das 3-Konten-Modell?

3-Konten-Modell für Paare

Es gibt 3 Konten:

  • ein gemeinsames Konto
  • ein Privatkonto für Partner*in 1
  • ein Privatkonto für Partner*in 2

Auf das gemeinsame Konto kommen alle Zahlungseingänge: Lohn, Familienbeihilfe, Geldgeschenke, Sparbucherlöse, Verkaufserlöse, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und sonstige Beihilfen.

Von diesem Konto gehen auch alle gemeinsamen Zahlungen weg: Fixkosten wie Miete oder Kreditraten, Urlaub, Kindersachen, Lebensmittel, Hygieneartikel, Auto und ähnliche Ausgaben.

Die Privatkonten

Zusätzlich gibt es die beiden Privatkonten für jede Partnerin beziehungsweise jeden Partner.

Monatlich wird ein fixer Betrag vom gemeinsamen Konto auf die beiden Privatkonten überwiesen.

Von diesen Konten werden sämtliche „Privatvergnügen“ bezahlt, zum Beispiel das eigene Hobby, Shoppingtrips oder auch die Verpflegung während der Arbeitszeit.

Wer wie viel auf das Privatkonto bekommt, könnt ihr selbst entscheiden.

Wir haben außerdem die beiden Privatkonten bewusst getrennt. Das heißt: Ich habe keinen Einblick und auch keinen Zugriff auf das Konto meines Mannes – und umgekehrt.

So kann erst gar kein Neid oder Unmut entstehen. Ein bisschen finanzielle Privatsphäre braucht jeder Mensch.

Wie teilt ihr euer Geld sinnvoll auf?

Anhand einer Einnahmen-Ausgaben-Liste könnt ihr ermitteln, wie viel Geld auf welches Konto kommt.

Wenn ihr Hilfe braucht, meldet euch zu unserer kostenlosen Budgetberatung an.

Manchmal hilft ein Blick von außen, um eine verzwickte Situation aufzulösen.

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